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Unsere
erste Nacht in Transsilvanien. Durch unsere Träume jagt uns der lichtscheue
Graf Dracula, der mitternächtlich seiner Gruft entstiegen ist, um
uns seine spitzen Eckhauer in den Hals zu jagen. Werwölfe heulen
von hohen Karpatengipfeln, während wir hilflos auf einem Holzfloß
durch eine Felsklamm treiben. Erst der nächste Morgen macht dem Grauen
ein Ende, als die warme Morgensonne in unsere Zelte scheint. Die Waschräume
versprechen nichts gutes: eine kalte Dusche macht zumindest wach
 Auf
dem Tagesprogramm steht Herrmannstadt. Liane führt uns durch die
Herrmannstädter Altstadt, vorbei an der alten Stadtmauer. Um die
Stadt gegen Eroberer zu schützen wurden die Herrmannstädter
Wehranlagen errichtet, eine vier Kilometer lange, mit ihren ursprünglich
54 Wehrtürmen
befestigte Mauer. Von der mittelalterlichen Anlage sind heute jedoch nur
noch Teile der Stadtmauer Sowie vier Wehrtürme vorhanden. Diese tragen
die Namen der Zünfte, die sie vor 500 Jahren gebaut haben: Armbruster-,
Töpfer-, Zimmermannsturm und Hallerbastei
Herrmannstadt mit seinen heute etwa 170.000 Einwohnern hatte einst den
größten Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung Siebenbürgens.
20.000 der im 12. Jahrhundert aus Flandern, von der Mosel und vom Niederrhein
eingewanderten Siebenbürger Sachsen lebten hier noch Ende der 80er
Jahre und ihre Spuren sind allgegenwärtig. Häuser, Türme,
Gassen, Hinterhöfe und Plätze erinnern an
die Architektur alter deutscher Städte, ähnlich wie etwa in
Danzig. Deutsche Namen wie der Schillerplatz, die deutsche Schule und
die Gemeinde der Siebenbürger Sachsen zeugen von dem Einfluß
und den Wurzeln, die deutsche Siedler hier hinterlassen haben...
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