Es beginnt eine abenteuerliche Fahrt auf der Ladefläche
eines rumänischen Lkws mitten durch die Karpaten. Wir zockeln bei
strahlendem Sonnenschein mit etwa fuffzig Sachen durch die Berge, hinter
uns blenden die Lastzüge auf, denen es nicht schnell genug geht,
und die uns an jeder erdenklichen oder auch nicht erdenklichen Stelle
in halsbrecherischer Manier überholen, als es plötzlich einen
ohrenbetäubenden Knall tut, unser Lkw ins Schlingern gerät
und sich in beängstigender Weise der Leitplanke nähert, hinter
der es etwa 50 Meter tief in die Oltschlucht geht. Was ist passiert?
Einer der Hinterreifen unseres Lkw ist geplatzt und hätten wir keine
Zwillingsreifen, dann na ja, norok eben
Durch Klopfzeichen machen wir uns beim Fahrer
bemerkbar, damit er anhält und etwas unternimmt. Der hält auch,
aber nicht weil wir klopfen, sondern weil plötzlich mitten auf der
Nationalstraße vier Pferde die Fahrbahn versperren. Unser Fahrer steigt
denn auch tatsächlich aus, betrachtet sich kurz seinen Reifen
oder das, was davon noch übrig ist und zuckt lässig mit
den Achseln. Weiter gehts auf drei Schlappen
Zwei Stunden dauert die halsbrecherische Fahrt,
bis wir schließlich die Ausläufer von Herrmannstadt erreichen
lebend!!! Nix wie runter, von dem Seelenverkäufer, bevor der
Reifen ganz seinen Geist aufgibt. Aber wir kommen wir nun zurück zum
Campingplatz? Na klar: Taxis. Die sind auch schon bald da, rein mit den
Klamotten und los gehts sollte man meinen. Doch auch rumänische
Taxen haben so ihre Besonderheiten. Es beginnt damit, dass links an der
Fahrertür ein dicker Holzknüppel steckt, der wohl dem »Bezahlen«
dient. Ein langer Sprung, der sich quer über die Windschutzscheibe
zieht, erinnert uns irgendwie an unseren Lkw-Reifen. Und als nach etwa 200
Metern der Motor unseres Vehikels abstirbt wird uns alles klar. Unser Taxifahrer
kennt das Problem offensichtlich. Während er unter der Motorhaube an
irgend-welchen Drähten zieht, ruckeln wir verheißungsvoll an
dem Draht des Radios und der Motor läuft