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Erster Tag und wieder heißt es früh aufstehen.
Um 06.30 Uhr klopft es an unsere Türe und die Nacht ist vorbei. Während
draußen die Sonne über den schneebedeckten Veneziaspitzen aufgeht,
richten wir uns für unseren ersten 3.000er. Heute ist »Eingehtag«,
die Muskeln (?) sollen sich lockern, die Bergstiefel geschmeidig gelaufen
werden
Aber erst einmal geht es hinunter in die Stube zum Frühstück.
Schwarzer Kaffee, deftige Brotscheiben, Wurst und Käse. Wir füllen
unsere Thermosflaschen mit heißem Hüttentee, der Proviant wird
in die Tagesrucksäcke verstaut und um 08.00 Uhr ist dann draußen
vor der Hütte Treffpunkt. Auf dem Vorplatz der Zufallhütte rüsten
sich bereits die Wandergruppen des Deutschen Alpenvereins zum Abmarsch,
während wir auf Jan warten. Gelegenheit für uns, die nähere
Umgebung der Zufallhütte zu erkunden. Die Schutzhütte wurde
hier oben, am Ende des Martelltals, im Jahre 1882 errichtet und diente
den Österreichern während des Ersten Weltkriegs als Nachschubbasis
für die entlang der Berggipfel verlaufende Front. Nahe der Hütte
steht eine kleine Kapelle, die dem Herz-Jesu geweiht ist und heute die
höchstgelegene Herz-Jesu-Kapelle Tirols ist.
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Robert deutet in ein Tal hinein, an dessen Ende sich ein
hoher, mit einer weißen Schneekappe versehener Berg auftürmt.
Vor uns liegt das Madritschtal, die heutige Tagesetappe, 1.000 Höhenmeter
mit dem Ziel der Schöntaufspitze
Zur Einstimmung auf die südtiroler Bergwelt ist die heutige Tour wie
geschaffen. Noch ist es frisch, hier im Schatten der Zufallhütte und
der hohen Bergwände, aber schon bald wärmt uns die Morgensonne.
Der schmale Wanderweg führt uns zunächst auf eine feuchte Almwiese,
auf der sich weißes Wollgras im Wind wiegt. Wir überqueren den
Madritschbach, um sodann in das gleichnamige Madritschtal aufzusteigen.
Während wir Schritt um Schritt an Höhe gewinnen, wird die Landschaft
immer karger und alpiner. Das Hochtal ist von hohen, grauen Felsen umschlossen,
die Vegetation nimmt stetig ab und wir passieren die ersten Schneefelder.
Nach etwa zwei Stunden stehen wir auf 2.900 Metern am Fuße des Madritschjochs.
Bevor es nun über ein großes Schneefeld steil bergauf geht, heißt
es erst noch mal Kräfte sammeln. Brotzeit ist angesagt

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