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Echte Seebären brauchen scheinbar nicht viel
Schlaf. Gerade mal vier Stunden haben wir in unseren Kojen verbracht,
als uns der monotone Singsang des kroatischen Wetterdienstes weckt, den
Hannes über Funk abhört. Trotz des leichten Miefs und der Schnarcherei
haben wir blendend geschlafen, wozu sicherlich beigetragen hat, dass Jan
und Henri wieder auf dem Vorderdeck übernachtet haben und so für
den Rest in unserer kleinen Viererkajüte mit den zwei Stockbetten
etwas mehr Sauerstoff verblieben ist
Im Schatten des Sonnensegels, das das Achterdeck
überspannt, ist bereits der Frühstückstisch gedeckt; Kaffee,
Brot, gelbe und rote Marmelade und für den der mag auch Käse
und Wurst. Letztere ist allerdings nur mit äußerster Vorsicht
zu genießen, denn unser Kühlschrank verdient seinen Namen nicht
wirklich, kühlt er doch nur, wenn der Schiffsmotor läuft, so
dass einem morgens die Butter bereits entgegengelaufen kommt...
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Der Morgen beginnt zunächst ganz geruhsam. Auslaufen
nicht vor 12 Uhr, denn wir müssen noch auf Robert, unseren zweiten
Hilfsmatrosen, warten, der diese Nacht mit dem Zug aus Deutschland angereist
und noch auf dem Weg hierher nach Porec ist. Außerdem hat der Seewetterdienst
für die Nordadria »thunderstorms« gemeldet und Hannes ist
skeptisch, ob das zur Zeit noch sonnige Wetter hält. Ein bisschen Ruhe
tut uns nach der kurzen und anstrengenden Nacht durchaus gut und so begeben
wir uns nach dem Frühstück an die Promenade, um dort zu schwimmen
und die Sonne zu genießen. Naja, bis auf Jan, denn der hat festgestellt,
dass heute morgen auch sein Portemonnaie verschwunden ist. In der Annahme,
dass er es gestern abend in der letzten Diskothek hat liegen lassen, verbringt
er den Vormittag auf der örtlichen Präfektur und versucht mit
verschiedenen holländischen Halbwelt-Diskothekenbesitzern via Handy
in Kontakt zu treten um dann letztlich festzustellen, dass sich das gesuchte
Objekt in seiner Tasche befindet
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