| |
Als
Hannes gegen 8.00 Uhr mit den Töpfen klappert, schläft seine Crew
noch den Schlaf der Gerechten. Milan zeigt noch überhaupt kein Lebenszeichen
und auch bei uns ist der ein oder andere von der Nacht schwer gezeichnet.
Alles geht heute an Bord etwas langsamer ab und so dauert es, bis alle von
den Duschen zurück sind. Aber mit dem Frühstück kehrt bei
uns auch die gute Laune zurück
Wieder sind für heute Gewitter gemeldet und Hannes rät zur Vorsicht
was die Törnplanung angeht. Da Pula nur über einen Stadthafen
verfügen und keine gepflegte Marina besitzen soll, entschließen
wir uns, schon mal den Rückweg einzuschlagen und peilen für heute
nochmal den Hafen von Vrsar mit seinen phantastischen Duschen an
Gegen 10.00 Uhr sind wir endlich ablegebereit, Hannes schmeißt den
Diesel an und langsam tuckernd verlassen wir die Marina von Rovinj. Dann
heißt es trotz Flaute Segel setzen und wieder wird uns bewusst, dass
Segeln auf einer Dschunke nicht heißt, sich ständig in Schräglage
zu befinden, sondern mehr ein Dahingleiten ist, ein Sich-treiben-lassen
Und während wir so durch die wunderschöne Inselwelt Istriens treiben,
erzählt uns Hannes die Geschichte der Mau Yee:
Der Name 'Mau Yee' bedeutet aus dem Chinesischen übersetzt 'Münchener
Freiheit'«, beginnt Hannes seine Erzählung, »und erinnert
an die Parole der Münchener Widerstandsbewegung gegen die Nazis. Den
Bau der Dschunke hat 1962 der Münchener Rechtsanwalt Gernegross in
der Sau Kee Werft in Aberdeen/Hong Kong in Auftrag gegeben. Die Mau Yee
ist eine echte Hochseedschunke und wurde Mitte der 60er Jahre von Hong Kong
ins Mittelmeer überführt. Mitte der 70er Jahre habe ich die Dschunke
dann übernommen. Damals hatte ich in München noch ein Kabarett,
doch als dort die Mieten ins Unermessliche stiegen habe ich mich immer mehr
aufs Segeln verlegt, wurde die Mau Yee zu meinem zweiten Zuhause.« |
 |