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Seit über 15 Jahren kreuzt Hannes Schacht nun
schon mit der Mau Yee durch die kroatische Adria. »Früher waren
es vor allem Surfer aus München und Umgebung die auf die Mau Yee kamen,«
erzählt er uns. »Dann war hier an Bord mächtig was los.
Überall lagen bunte Segel an Deck und wenn die Bora zu blasen begann
haben wir eine der vielen Buchten angesteuert und die Jungs sind von Bord
Surfen gegangen.« Ein wenig Wehmut klingt in seinen Worten mit, denn
ohne Zweifel ist es im allgemeinen deutlich ruhiger an Bord geworden, auch
wenn wir sicherlich eine Ausnahme bilden. »Im Sommer 1991 kam dann
der Bürgerkrieg. Slowenen, Kroaten und Serben machten Jagd aufeinander
und ich konnte das viele Leid nicht tatenlos mit ansehen.« Hannes
begann damit, Flüchtlingskinder an Bord der Mau Yee zu nehmen und diese
außer Landes zu schmuggeln. »Das war natürlich nicht erlaubt
und auch nicht ungefährlich«, schmunzelt unser Käptn,
»aber was sollte ich denn machen. Überall wurde geschossen und
wie immer sind die Kinder die eigentlichen Leidtragenden des Krieges.« |


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Durch den Einsatz als »Friedensschiff für
Flüchtlingskinder« wurde Hannes Schacht auch in Deutschland bekannt.
An der istrischen Küste ist er das sowieso, denn überall wo wir
in den Häfen anlaufen wird Hannes von den Hafenmeistern freudig begrüßt,
folgt ein kleines Schwätzchen und freut man sich offensichtlich, die
Mau Yee und ihren grauhaarigen Eigner zu sehen. »Aber jetzt ist es
an der Zeit, einen Nachfolger zu finden«, resümiert Hannes, »jemanden
der mit Herz und Verstand, aber auch dem nötigen Kleingeld mein Lebenswerk
fortsetzt. Ich bin jetzt 74 und habe nicht mehr die Kraft für die langen
Törns.« Deshalb sucht er nun nach Investoren die sicherstellen
sollen, dass die rostroten Segel der Mau Yee auch künftig noch in den
Häfen der kroatischen Adria zu sehen sind
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