Die Vorbereitungen auf unsere Abenteuerreise 2003 gestalteten
sich äußerst schwierig. Überzeugungsarbeit war angesagt.
»Wie Ihr wollt zum Canyoning. Ist das nicht dieser Irrsinn, bei dem
vor zwei, drei Jahren in der Schweiz eine ganze Gruppe zu Tode gekommen
ist?« hieß es da von allen Seiten. »Und überhaupt,
Sierra de Guara, ist das nicht ETA-Übungsgebiet?« Naja, ein bischen
mulmig war uns beim Rucksackpacken ja schon, denn eigentlich wusste keiner
von uns so recht, was uns beim Canyoning wirklich erwarten würde und
die Sierra de Guara war uns bis dato auch völlig unbekannt gewesen.
Daß die nicht irgendwo in Südamerika liegt hatten wir erst bei
mehrfachem Suchen im alten Diercke-Schulatlas festgestellt. Und dann war
da natürlich noch ein letztes nicht zu unterschätzendes Risiko.
Im Bruch mit guten alten Traditionen hatten wir uns diesmal dazu entschlossen,
die Anreise nicht mit der Bahn zu meistern, sondern zu fliegen: mit Ryan-Air
Freitag, 3.00 Uhr morgens. Der Wecker schrillt. Draußen
ist es noch stockfinster und für Anfang Juli viel zu kühl. Urlaub
beginnt eigentlich anders. Anderthalb Stunden später. Wir treffen uns
an einer Parkbucht mitten im Taunus. Langsam beginnt es zu dämmern.
Henri fährt. Wir müssen rüber zum Flughafen nach Hahn, in
den Hunsrück. Zeit für lange Verabschiedungen bleibt nicht. In
zwei Stunden geht der Flieger und wir müssen Jan noch aufsammeln
Kurz vor 4.00 Uhr. Wir biegen in den Mombacher Kreisel
von Mainz ein. Da hinten steht Jan und winkt. In der rechten Hand seinen
Rucksack, in der Linken die obligatorische Plastiktüte. The Packmaster
himself, halt. Rein und weiter. Zurück auf die Autobahn und ab in den
Hunsrück. Eine Stunde später, um 5.00 Uhr, biegen wir auf die
Zufahrt vom Terminal des Flughafens Frankfurt-Hahn ein, wie sich der ehemalige
US-Luftwaffenstützpunkt heute nennt. Draußen 13 Grad und Nieselregen.
Das rechte Wetter um abzuhauen. Am Schalter von Ryan Air geht alles ruckzuck.
Rucksäcke aufs Band, Pässe gezeigt und schon gehts
durch die Schleuse zum Gate. Das nennt man Effizienz